Archiv der Kategorie: UAZ 452 – der Catbus

Zeitgemäßer Umbau

Bei einem Oldtimer ist es ja sehr wichtig, daß man nichts einbaut, was zu modern ist. Alten Kram darf man aber dran basteln. Sowas wie Lüsterklemmen in der Elektrik sind anscheinend sogar Pflicht :)

Die Elektrik funktioniert soweit recht gut, also auf zur nächsten Baustelle:

sitz

Endlich mal ein bequemer Sitz. Der stammt aus nem VW T3 und ist mindestens genau so alt, wie mein Bus. Endlich wird man nicht mehr vom Fahrersitz an die Decke katapultiert, wenn man ein Schlagloch so richtig ausfährt.

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Im Regal lag noch ein Weber Vergaser vom Opel GT. Im GT-Forum wurden die immer als Spritsparer gelobt und von unten sieht er fast genau so aus, wie der UAZ-Vergaser :)
Nur die Löcher zum Befestigen musste ich am Vergaser etwas ausfeilen und die Dichtung zwischen Krümmer und Vergaser hab ich etwas geweitet. Die bestand aus mehreren Lagen mit unterschiedlich großen Bohrungen, die ich schön auf ein einheitliches Maß gebracht habe. Feintuning :P
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Jetzt Benzin in den Vergaser pumpen und …. merken, daß die Benzinpumpe undicht ist :(

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Zum Glück lag aber schon eine neue elektrische (ok, da hört es zeitgemäß auf) im Regal und die hat jetzt die Regie übernommen. Provisorisch am Filterhalter befestigt hatte sie allerdings nicht genug Kraft das Benzin aus dem Tank anzusaugen. Also Leitungen neu verlegen, Benzinumschalter rausschmeißen, Pumpe auf den Rahmen schnallen und dann läuft es so, wie es soll.

Pumpe

Jetzt sitzt die Pumpe nur 10 cm höher, als der Grobfilter und etwa 40cm als der Tankboden. Das reicht aus, damit zuverlässig Benzin in Richtung Vergaser wandert. Der Druck nach der Pumpe ist rund 0,2Bar und damit ideal für Vergasermotoren.

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Und hier nochmal ein Fotor mit zeitgenössischem Strumpfhosenluftfilter :D
Leider passt der viereckige Vergaserquerschnitt nicht an den runden Luftfilter. Komisch…. Mit dieser Konstruktion läuft der Motor zwar gut im Stand (ging sofort an, ohne was am Vergaser zu verstellen), hat aber bei Vollgas zu wenig Sprit. Düsendurchmesser anschauen, im Internet vergleichen. Aha, es sind die Düsen für einen 1,6L-Motor drin. Für einen 2L-Motor finde ich auch passende Vorschläge, allerdings keine passende Düse in meinen Regalen.

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Die Luftkorrekturdüse der zweiten Stufe sollte kleiner sein. Zum Glück sind die Dinger aus Messing und löten kann ich ja :)

Nein, es hat sich nicht viel gebessert. Die erste Vergaserstufe arbeitet wunderbar und man kommt damit auf über 80 km/h. Wenn man dann weiter aufs Gas tritt, kriegt der Motor ein zu mageres Gemisch und will nicht mehr so recht. Außerdem braucht er einen ordentlichen Luftfilter. Eine Vergaserabstimmung auf Strumpfhosentechnologie wäre nun wirklich verschwendete Zeit. Spaß macht es natürlich trotzdem.

Kalibrier mir

Nun gut, er fährt, er bremst …. was ist denn noch so zu tun? Ja, die Wassertemperatur wird immer noch falsch angezeigt. Da muss man doch was machen.

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Mein erster Versuch, nur dieses kleine messingfarbene Teil unterhalb des Zeigers zu verstellen, ergab keine Verbesserung. An dieser Stelle hätte ich einfach mal den Zeiger auf seiner Achse verdrehen sollen – dann hätte ich mir den Rest des Beitrags sparen können :) Aber der drehte sich nicht so leicht und ich wollte nix kaputt machen (wie albern).

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Irgendwie sah der Aufbau des Instruments komisch aus. Zwei im Kreuz gewickelte Spulen, dafür aber keine der üblichen Spiralfedern und solche Spielereien. Wikipedia nennt es „Kreuzspulinstrument“. Alle anderen wahrscheinlich auch. Naja, hier dreht sich also nur ein kleiner Magnet in der Mitte, an dem der Zeiger dann befestigt ist. Durch die im Kreuz angeordneten Spulen kann man dann sehr exakt die Position des Zeigers einstellen. Die Spule, durch die mehr Strom fließt, zieht den Magneten einfach mehr in ihre Richtung. Nen Instrument mit Federn macht natürlich genau das selbe. Da es hier 2 Spulen sind hat man aber den Vorteil, daß das ganze unabhängig von der Betriebsspannung immer das selbe anzeigt. Schließlich werden ja beide Spulen von der selben Batterie versorgt. Damit der Zeiger nun aber auf die richtige Temperatur zeigt, hab ich da jetzt ein Poti eingebaut, mit dem ich den Widerstand einer Spule verstellen kann.

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Und das kann ich jetzt von außen durch das Lampenloch machen. Die Beleuchtung hatte ich ja sowieso schon auf LED umgebaut, da stört also nix mehr.

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So, wieder zusammen. Das Ding unterhalb des Zeigers hat übrigens einen Magneten festgehalten, mit dessen Hilfe der Zeiger immer wieder in die Nullstellung zurück gezogen wurde. Hier fehlt er gerade, deshalb steht der Zeiger auch schon fast auf der 40. Den Zeiger hab ich dann doch noch auf seiner Achse gedreht. Prinzipbedingt kann das Instrument den Zeiger maximal um 90° verstellen. Deshalb war natürlich die maximal mögliche Temperatur auch nur 90°C und bei 90°C fährt dummerweise niemand sofort rechts ran. Aber so hatte ich dann ja wenigstens einen Grund den Motor genauer anzusehen.
Richtig einstellen werd ichs, wenn der Motor mal wieder ordentlich Temperatur hat.
Bei der Gelegenheit hat gleich auch der Tacho seine neue Beleuchtung bekommen:

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Das große blaue Teil ist ein ganz normaler 1/4W Widerstand. Die Dinger sind so 7mm lang. Das kleine weiße daneben ist die LED, die ich zur Beleuchtung nehme. Noch etwas Draht dazu und dann sieht das am Ende so aus:

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Dazwischen habe ich – natürlich – vergessen Bilder zu machen. Auf jeden Fall kann man den Tacho jetzt auch im dunkeln ordentlich sehen.

Braking Bad

Das Schlagen der Räder habe ich abstellen können. Und zwar durch neue Reifen :-) Ich hatte vor ein paar Monaten günstig einen Satz nagelneue Kama I-502 Reifen bekommen (sensationelle 55€/Stück ). Normalerweise kosten die locker 80€ und mehr. Die Reifen sind in diesem Jahr hergestellt und mit Abstand die besten, die mein gelber Brummer je hatte. Dafür habe ich sogar einen Satz Felgen neu pulverbeschichten lassen.

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Die vierte Felge bekommt gerade ihren Reifen:

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Etwas Talkum hab ich hineingestreut, damit der Schlauch geschont wird und die Ränder des Reifens mit Spülmittel eingerieben, damit sie sich besser (überhaupt) auf die Felge ziehen lassen. Mit 2 kamerascheuen Montierhebeln ging das auch ganz passabel.

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Die erste Seite ist geschafft, jetzt muss der Schlauch rein.

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Hier mal ein Bild vom patentierten Ventilhalter. Damit sich das Ding nicht in den Reifen zieht hat man bei Fahrrädern ja eine tolle Überwurfmutter. Autos haben sowas nicht, also habe ich einen aus meiner Schraubenkiste zusammengestellt :-P

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Fertig. Es ist eine ganz schöne Quälerei mit den Hebeln, aber es geht. Bei den alten Reifen, die vorher auf den Felgen waren, hatte ich gar keine Chance. Jetzt brauch ich ne Abkühlung..

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Dazu kann man alte Motorblöcke also verwenden. Wieder etwas gelernt.
In einer kreativen Pause habe ich festgestellt, daß man am Lenkgetriebe das Spiel einstellen und eine Menge Öl auffüllen kann. Da wackelt jetzt nix mehr!

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Nun fährt er sich schon fast wie ein richtiges Auto. Die Reifengeräusche sind verschwunden und das Schlagen der Lenkung auch. Dem Motor hab ich seine Ventile nochmal richtig eingestellt und endlich merkt man deutlich, daß da ein anderes Aggregat arbeitet :-)

Bleiben noch die Bremsen.
Die Handbremse ist mit Teilen aus dem letzten Urlaub gerichtet, die zieht jetzt wunderbar.
Die Hinterachse hat bei Vollbremsungen immer blockiert und die Vorderachse konnte nie genug Bremsdruck bekommen :-( eine doofe Kombination, weil die Vorderachse ja die meiste Bremswirkung erzielt. Jetzt könnte ich kleinere Bremszylinder an der Hinterachse einbauen und einfach noch kräftiger auf die Bremse treten… Oder einen Bremskraftverstärker einbauen.
Option 1 ist sicher weniger fehleranfällig, Nummer 2 aber sicherer!
Das Problem ist jetzt, einen passenden Bremskraftverstärker zu finden. Von UAZ wird sogar original eine verstärkte Bremsanlage angeboten (war ca. 5 Jahre nach meinem Baujahr auch Serienausstattung ), aber der Umbau ist zu aufwändig. Die komplette Mechanik von Kupplung und Bremse wurde geändert und das Zeug krieg ich niemals in einen normalen Reisekoffer…  Außerdem würde ich selbst in Russland locker 500€ dafür zahlen.
In einer Oldtimerzeitschrift gab es dann mal einen Artikel über sogenannte In-line-Bremskraftverstärker. Dinger, die man nur in die vorhandene Bremsleitung einschleift. Ein Bisschen Unterdruck dazu, fertig. Im UAZ Forum wurde das mal diskutiert und mit Geräten von LO experimentiert. Im Internet stößt man bei der Recherche immer wieder auf den Namen Lockheed.

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Solch ein Teil hab ich jetzt für 20€ bekommen. Einen neuen Dichtsatz und Bremsleitungsadapter für noch einmal 30€ dazu.

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Nur nicht die Übersicht verlieren! Die Manschetten und Dichtungen waren hin und die Bremsflüssigkeit überall…. Zum Glück gibt es noch Teile dafür. Ein Bisschen Ablagerungen entfernen und neu zusammenbauen, und schon ist der Nachmittag auch wieder vorbei…

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Dort wohnt er jetzt. Fast an der selben Stelle, wie auch das UAZ Originalteil, nur etwas weiter hinten. Und wie man sehen kann, musste ich wirklich nur eine Bremsleitung neu machen. Die andere, die von oben kommt, musste ich nur etwas neu biegen und konnte sie direkt anschließen. Bis alles wirklich dicht war hat es allerdings gedauert. Dann noch den Unterdruckschlauch an der Ansaugbrücke anstecken (die hat dafür sogar einen Anschluss) und auf zur ersten Probefahrt.

Fazit: Operation erfolgreich! Jetzt malt er bei einer Vollbremsung schon 3 schwarze Streifen auf den Asphalt. Nur die Bremse vorn rechts wollte komplett neu eingestellt werden und muss noch eingebremst werden. Das Bremsen fühlt sich jetzt komplett anders an. Der Druckpunkt ist schnell erreicht und dann wird man auch wirklich langsamer. Meine unbedingte Empfehlung an alle, die noch ohne unterwegs sind.

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Hier hab ich noch ein schönes Bild von meinem Bremsassistenten. Wenn man die Bremse neu einstellt soll man mit 14 irgendwas dabei aufs Pedal treten. Hab mal 14 irgendwas da eingestellt und – es funktioniert :-D
Die Spezialisten haben auf dem Bild auch sicher schon den grünen Wasserhahn entdeckt. Ja, da wo jetzt der Bremskraftverstärker sitzt ging vorher die Leitung zur Heizung lang. Die hab ich etwas verlegen müssen und gleich noch um einen Abstellhahn ergänzt.

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Die Heizung kann man nämlich normalerweise nur umständlich an einem Wasserhahn auf dem Zylinderkopf abstellen. Und auch nur vor der Fahrt (oder mit Handschuhen). Jetzt muss ich da nur noch die Luft raus kriegen. Am Besten das Auto mal auf den Kopf stellen. Oder eine Runde durch die Sandgrube fahren, dann war man auch mal in jeder Lage :-)

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Und er bewegt sich doch!

Nach gefühlten 2 Monaten (Nun ja, es waren doch nur 3 Wochen) war es heute endlich soweit. Der UAZ fährt wieder. Heute habe ich die restlichen Kleinigkeiten gemacht. Den Auspuff hab ich zerschnitten und neu wieder zusammengeschweißt, damit er richtig sitzt. Alle Öle aufgefüllt und die Vergaseransteuerung improvisiert.

Vergaseransteuerung

Der Vergaser wird im Wolga wohl irgendwie anders angelenkt, als im UAZ. Da musste ich mir eine kleine Brücke schweißen, an die ich diese seltsame Umlenkmechanik für das Gaspedal anschrauben konnte. Funktioniert noch nicht zu 100%. Das zweite Register im Vergaser wird noch gar nicht geöffnet. Die Feder zum Drosselklappe schließen im Vergaser ist zu stark. Aber selbst mit der ersten Stufe fährt er jetzt locker 80km/h.

Oh ja, die Achsen hatte ich vorher auch noch zusammenimprovisiert. Ich hab solche schönen neuen Achsschenkellager bekommen. Statt der originalen Gleitlager in einer Messingbuchse hab ich jetzt tolle Kegelrollenlager.

Lager

Leider ist das neue Lager 2,3mm länger, als das original :( Das bedeutet, ich brauche Disdanzscheiben, um diese Differenz auszugleichen. Mit meiner Sammlung 0,1mm – 0,3mm Scheiben kam ich leider nicht weit. Also musste etwas 2mm Blech herhalten:

garnichtfertig

halbfertig

fertig

4 Stück dieser Teile durfte ich mir basteln. Schließlich müssen die Abstände an jedem Lager möglichst exakt gleich sein.
Jetzt habe ich an jeder Seite je eine 2mm, zwei 0,3mm und zwei 0,1mm Scheiben drin und so passt es recht ordentlich.

Achsstummel

An diesem Teil sieht man unten noch die alte Messingbuchse, in der das Lager lief. Die neuen Lager werden dann erst eingebaut, wenn man den kompletten Achsschenkel mit Bremse und Radlager wieder auf die Achse gesteckt hat. Mann, das war ein Akt. Gefühlt wiegt das Teil 50 Kilo…

Vorher aber unbedingt noch die Gelenkwelle einbauen, sonst wird es nix mit Allrad…

fettig

Ich hoffe mal, das war genug Fett. Durch die Schmiernippel kann man jetzt leider nix mehr nachfüllen, weil die neuen Lager nie wieder geschmiert werden müssen und auch entsprechend keine Bohrungen mehr dafür haben. In den alten Achsschenkeln meiner Ersatzachse war übrigens so viel Fett, daß es schon ins komplette Achsrohr gedrückt wurde. Das Öl in der Achse war darum auch schon etwas dicker. Dafür sind die Gelenkwellen super gelenkig. Meine alten Wellen habe ich lieber nicht mehr genommen. Die lassen sich kaum biegen. Die Kugeln in den Gelenken laufen viel zu straff in ihren Lagern. Wenn man also früher gelenkt hat, dann haben die Antriebe das ganze Auto gebremst. Mannomann ….

Jetzt ist alles wieder ordentlich zusammengebaut und ich muss nach der nächsten Probefahrt wohl komplett alle Schrauben noch einmal fest anziehen. Der Motor hört sich gesund an, Das Getriebe jault kaum noch und das Schalten ist auch nicht mehr so laut.
Allerdings habe ich die Schalthebel für Allrad und Geländeuntersetzung vertauscht und durch die tollen Achsschenkellager merke ich jetzt nicht erst bei 90km/h, daß die Räder mal ausgewuchtet werden müssen. Mist :D

Oh, und den hier hab ich mal wieder gesehen :)

OrionI

Jetzt ohne Kennzeichen. Er wird doch wohl nicht verkaufen wollen????

Geduldspiel

Irgendwie hatte ich mir den Zusammenbau einfacher vorgestellt. Die Vorderachse und den Motor hatte ich ja an einem Tag ausgebaut. Der Einbau zieht sich aber ziemlich hin.

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Um das Getriebe endlich wieder an Den Motor zu kriegen hab ich mir bestimmt ne Stunde die Finger verbogen. Es sind ja nur 4 Schrauben, die man da anziehen muss. Vorher muss man nur die Eingangswelle in die Kupplung einfädeln und noch eine kleine Feder am Ausrücklager einhängen. Bei der Gelegenheit hätte ich auch gleich das Getriebeöl auffüllen sollen. So gut kommt man an die Stellen unter dem Auto nicht ran. Außerdem wäre es clever gewesen, das Auspuffrohr mal an den Krümmer zu halten. Dabei wäre mir dann aufgefallen, daß der Krümmer mindestens 10cm tiefer sitzt, als voher :-(

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Noch einen Tag später waren dann Motor und Getriebe wieder an ihrer alten Position. Ein paar Kleinigkeiten, wie Kühler, Vergaser und  Zündung angeschraubt und dann konnte der Motor probeweise mal eine Runde laufen. Gut hört er sich an. Und noch sehr laut, weil ja der Auspuff nicht richtig passt:

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Jetzt fehlt noch die Achse:

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Ich hatte mit dem Motor zusammen auch eine Vorderachse bekommen. Bei der ist das Lager, was bei meiner alten Achse hin war, noch in Ordnung. Außerdem sind die Gelenkwellen auch gelenkig. Die Wellen aus meiner Achse lassen sich nur mit Mühe knicken.
Also werden jetzt aus 2 Achsen eine gemacht. Ich behalte von meiner alten Achse nur die äußern Teile mit der Bremse, Lenkung und Radlagern.

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Das Anschrauben der Achse war fast das schnellste an diesem Tag…

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Juhu, diese 3 Schrauben wollten einfach nicht raus. Da half nur die tschechische Methode :-)

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Damit ging es dann aber.
Jetzt habe ich an einer Seite den ganzen Rest schon angebaut. Leider keine Bilder mehr gemacht. Ich werde wegen der Achsschenkelbolzen noch etwas imporovisieren müssen. Die schönen neue Lager sind 2,5mm zu lang :-(

Mehr Power!

Seit einiger Zeit steht ja schon dieser Wolga M24 Motor in meiner Garage. So langsam wurde es jetzt Zeit, daß ich den mal einbaue. Gut, der Wagen fährt ja auch so sehr schön (Die Dichtung aus dem Kronkorken funktioniert immer noch) aber durch den neuen Motor verspreche ich mir nebenbei auch eine etwas schmalere Benzinrechnung. Derzeit ist er noch bei über 15L/100km. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich mal die Vorderachse tauschen. Da ist ja immernoch das Lager am Differenzialeingang kaputt.

Zu allererst ging es aber mal wieder zu Roman, Teile kaufen:

moskau

Halt, nein, falsch. das ist er doch gar nicht :D

einkauf

Diesmal waren es nur 5 statt 50 Kilo Teile, die ich aus Moskau mitgebracht habe. Ein paar Sachen hatte er nicht da. Mein russisch macht inzwischen Fortschritte, das Unterhalten klappt immer besser. Inzwischen bestelle ich die Teile per Email vor und hole sie dann nur noch im Laden ab. Das spart die Warterei.

Wieder zu Hause ging es zuerst einmal daran, die Achse auseinanderzunehmen. Ich habe der Einfachheit halber die Achsschenkelbolzen gezogen und die kompletten Radseitigen Teile (Bremse und Radlager) zusammengebaut gelassen. Das hat den Vorteil, daß ich die Bremsen nicht neu entlüften muss. Außerdem hätte ich die Teile spätestens beim Lager wechseln sowieso abbauen müssen.

Bolzen ziehen

Radnabenteil

Da hängt die Radaufnahme schön am Spanngurt und die Achse kann ich jetzt auch abbauen. Kleiner Nebeneffekt: Der Rest der Achse ist auch nicht mehr so schwer :)

Als nächstes Wasser und Öl ablassen, alle Kabel und Rohre abschrauben und die Gestänge der Schaltung und Handbremse aushängen.  Dann kann der Motor vorsichtig runtergelassen werden.

absenken

Ich habe das Stück für Stück mit einem Hubwagen und Spanngurten gemacht. Optimal wäre dafür ein Motorkran oder ne Seilwinde. Beides habe ich aber nicht da und so geht es zwar langsamer aber trotzdem ganz gut.

rausziehen

Karosse hoch und dann kann man den Motor einfach nach vorn herausziehen.

getrennt

Motoren

Rechts ist der neue Motor. Das ist ein Wolga M24. Mein originaler Motor ist ein M21 Modell. Einige Dinge sind bei den Motoren austauschbar. Der Zylinderkopf passt zum Beispiel bei beiden gleich gut.
Der M24 hat eine etwas höhere Verdichtung und andere Ansaugkanäle. Hier wurde so einiges optimiert. Außerdem wurde die Kupplung verkleinert und das ganze Motorerngehäuse überarbeitet. Die Schrauben zum Befestigen der Kupplungsglocke sitzen jetzt an anderen Stellen :( Die kleinere Kupplungsscheibe passt auch nicht auf die Getriebeeingangswelle. So ein Mist.

Kupplungen

Oben ist die neue, unten die alte Kupplung. Es sind nur 2cm Unterschied im Durchmesser, aber das reicht natürlich. Die sternförmige Aufnahme für die Getriebewelle hat statt 35mm nur noch 30mm. Wenn ich die alte Kupplungsscheibe abdrehen würde, dann könnte es passen….. eventuell gibt es aber auch eine Scheibe mit der passenden Aufnahme für mein Getriebe zu kaufen. Den M24er habe ich auch schon in anderen UAZen gesehen.Irgendwie müssen die das da ja auch passend gemacht haben. Weil das Besorgen solcher Teile aber lange dauert und mein alter Motor wesentlich besser in Schuss ist, als der neue, habe ich entschlossen nur den Zylinderkopf zu tauschen.

inflammable

Der saß allerdings bombenfest auf dem Motor. Sämtliche Versuche mit Kraft oder Rostlöser haben nicht funktioniert. Am Ende haben wir es dann mit etwas Wärme lösen können. Dann konnte ich auch gleich sehen, daß die Kopfdichtung sowieso hin war. Hätte der Motor auf Anhieb gepasst, dann hätte ich ihn so eingebaut und erst später gemerkt, daß er undicht ist. Und dann hätte ich ihn noch einmal ausbauen können ……

Kopf

Der Kopf hat jetzt neue Ölabweiser für die Ansaugventile bekommen und ich habe die Bohrungen der Bolzen mal ausgeräumt. bei mindestens 2 Bolzen war durch die undichte Zylinderkopfdichtung Wasser in das Loch des Bolzens gelaufen und dann haben Stahl und Aluminium mit einander lustig reagiert. Das Resultat war eine Menge Rost und ein sehr fester Bolzen.

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Hier ist der M24er Kopf schon auf dem M21er Motor. Passt alles super, man muss nur auch die Stößelstangen vom M24er Motor nehmen, da die alten jetzt etwas zu lang sind.

fertig

Feierabend. Die Schwungscheibe und Kupplung sind wieder angebaut. Der Kopf drauf und die Kipphebelwelle ist auch schon drin. Die Ansaugbrücke und den Anlasser hab ich jetzt auch schon angebaut, weil man da später nur sehr bescheiden wieder rankommt. Dafür wird es beim Einfädeln des Motors etwas enger zugehen. Wird schon klappen!

Jetzt freu ich mich schon drauf den Motor in der nächsten Aktion einzubauen und eine ordentliche Probefahrt zu machen :)

spielen

Reparier mit Bier

Oh nein, der Motor will nicht mehr anspringen. Direkt auf einer Kreuzung. Außerdem riecht es noch mehr nach Benzin, als sonst. Mist. Ein freundlicher Autofahrer hat mir dann mit dem Abschleppseil von der Kreuzung geholfen und ich konnte dann wesentlich stressfreier mal nach der Ursache forschen.

Deckel auf: iiiiiiiieh, alles voll Benzin im Motorraum. Der Vergaser ist übergelaufen. Das ist nicht wirklich ungefährlich, direkt darunter liegt der heiße Krümmer. Das Schwimmernadelventil schließt also nicht mehr.

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Man kommt ja ganz gut an den Vergaser. Mir ist auch nur eine Schraube ins Gras gefallen :)

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Auf dem Ventil sitzt ein Dichtring aus Kunststoff. Der ist gebrochen. Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, daß sich das schon angedeutet hat, ich aber nicht dachte, daß es so schlimm ist. Bei stehendem Motor floss das Benzin immer langsam aus dem Benzinfilter zurück in den Tank. Irgendwo kam also Luft durch – anscheinend hier.
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Da liegt er noch einmal. Das Schöne daran: Der Dichtring war neu, aus einem Vergaserdichtsatz, den ich im letzten Jahr eingebaut hatte. Womit repariert man das aber, wenn man gerade unterwegs ist?

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Mit Seitenschneider und einem Nagel habe ich ein Stück Dichtung von einem Kronkorken in Form gebracht, so daß es ein ganz gutes Dichtringimitat ergab. Der Vergaser hats akzeptiert und jetzt läuft der Motor im Standgas sogar besser. Außerdem kommt keine Luft mehr in den Benzinfilter. Super, mal sehen, wie lange es hält.
Das ist jetzt schon die zweite Kronkorkenreparatur. (Der Verteilerfinger läuft auch mit dem Stück eines Kronkorkens) Ich sollte mir unbedingt ein paar dieser Teile ins Handschuhfach legen.

Was ich ganz vergessen hatte zu schreiben: Das Fenster zum kontrollieren des Vergaserfüllstands war vor ein paar Wochen schon undicht geworden.

U_Fenster

Die Plastikscheibe fing an sich wie ein Ballon aufzublähen und da hab ich es kurzfristig durch ein Stück vom Blechdeckel eines Gurkenglases ersetzt :)
Russisch reparieren kann ich immer besser :P

Spaß mit UAZ

Zum Glück habe ich ja noch genügend anderes Spielzeug, mit dem ich mich beschäftigen kann. Der UAZ sollte schon immer ein paar zusätzliche Sitze bekommen. In den Kleinanzeigen hab ich schon eine Weile nach Sitzbänken vom VW T3 gesucht und auch was günstiges gefunden. In der Nähe von Potsdam hab ich die Teile dann abgeholt. Und weil ich schon mal in der Gegend war, auch gleich den nächsten angerufen und dann kam ich damit nach Hause:

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Die Sitzbänke stehen vorn quer im Laderaum. Da hinter ein Motor mit etwas mehr Leistung und eine Vorderachse. Falls also nicht nur das Lager meiner Vorderachse hin ist, dann hab ich jetzt schon mal Ersatz.

U_Motor4

U_Motor3

U_Motor2

Probeweise habe ich mal Öl aufgefüllt, nen Tank und eine Zündspule angebaut. Er läuft!
Bis zum Einbau wird wohl aber noch einige Zeit vergehen.

U_Hinten

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Für die Sitzbank – von der ich tatsächlich nicht ein einziges Bild gemacht hab – hab ich mir ein paar Schienen in den Laderaum gebaut. Ich habe gleich ein paar mehr Befestigungspunkte eingebaut, damit ich die Sitzbank in verschiedenen Positionen einbauen kann. Vorwärts, Rückwärts, mit viel und wenig Platz für die Beine. So kann ich dann auch mal was größeres mitnehmen und die Bank blockiert nicht alles, weil sie mitten im Raum steht.

Am Osterwochenende wurde sie auch gleich eingeweiht. Endlich – ich warte schon ein Jahr darauf – konnte ich mit dem UAZ mal in die Sandgrube fahren.

U_Sand

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:) Spaß! Der fährt fast überall durch :)

Einweihung

Am Catbus gabs auch ein paar Kleinigkeiten zu tun. Die Tür zum Laderaum hat ein neues Fenster bekommen. Durch die alten Ausstellfenster hat es immer reingeregnet, also habe ich probeweise mal eine Scheibe Plexiglas geholt und mit viel Mühe da eingebaut. Was für ein Krampf……

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Diese Dichtungen sind echt störrisch.
Die anderen Ausstellfenster habe ich jetzt erst einmal mit Klebeband abgedichtet. Ich werd mir bei meinem nächsten Moskaubesuch mal neue Scheiben und Originaldichtungen mitbringen.

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Der Laderaum hat jetzt auch einen neuen Boden. Zur Feier des Tages haben wir dann noch einen kleinen Ausflug ins Grüne gemacht.

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Na gut, wohl eher einen Ausflug ind Braune :-D

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Mist!

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Nach 2 Stunden hatten wir ihn dann wieder raus. Hatten dann doch noch jemanden gefunden, der mal mit was größerem ziehen konnte.

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Und einen Preis hab ich dafür auch noch bekommen :-D Danke Tom.
Ich brauche jetzt:
Differenzialsperren
Bergegurte
ne Winde
Sand- (oder besser Schlamm-) bleche
nen großen Wagenheber
und nen Spaten

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Zwei linke Hände

Eins der besten Beispiele für die Unfähigkeit der letzten Mechaniker war die Radaufhängung vorn links. Damit die Achsschenkelbolzen kein Spiel haben soll man dort ein paar dünne Scheiben in die Aufnahme legen.

Achschenkelbolzen

Achschenkelbolzen2

AAH! Jetzt war mir auch klar, warum an der Stelle das Fett immer aus der Achse gepresst wurde. Der Bolzen hat die falsch eingelegte Scheibe natürlich stark beeindruckt :)

Stossdämpfer

Bei der Gelegenheit gabs auch neue Stoßdämpfer. Die Alten taten zwar noch ihren Dienst, aber sahen nicht so schön sportlich aus :P

Gebrocheneschraube

Getriebeöl wechseln fällt vorerst aus…..

nogo

:D

gettingbetter